Gesund länger arbeiten
Wie können Unternehmen ihre Innovationskraft auch in Zukunft mit ihrer älter werdenden Belegschaft erhalten? Unter welchen konkreten Bedingungen können Belegschaften produktiv, gesund und motiviert länger arbeiten? Welche staatlichen Unterstützungsmöglichkeiten für Arbeitgeber stehen regional zur Verfügung?
Um den Herausforderungen des demografischen Wandels erfolgreich zu begegnen, sind kontinuierliche Anstrengungen aller Beteiligten – Beschäftigte, Unternehmen, Politik, Sozialpartner, Sozialversicherungen – unerlässlich.
Inzwischen gibt es vielfältige Handlungsansätze zur betrieblichen Gestaltung des demografischen Wandels, etwa intensive Arbeitsplatzanalysen, Lärmschutzinvestitionen, neue Altersvorsorge-Modelle oder Maßnahmen der betrieblichen Gesundheitsförderung und des lebenslangen Lernens. Doch gerade kleinen und mittelständischen Unternehmen fehlt es oftmals an personalwirtschaftlichen Möglichkeiten und Informationen, um sich dem Problem der Alterung der Belegschaften und der Verlängerung der Lebensarbeitszeit widmen zu können. Dabei arbeitet etwa die Hälfte aller sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten in Deutschland in Unternehmen mit weniger als 50 Beschäftigten.
Modellprojekt GeniAL – Generationenmanagement im Arbeitsleben
Die Deutsche Rentenversicherung bietet im Rahmen des Praxisprojektes „GeniAL Generationenmanagement im Arbeitsleben“ eine Einstiegsberatung zur regionalen demografischen Entwicklung und zum alter(n)sgerechten Arbeiten an. Damit sollen Möglichkeiten zur Förderung der Arbeitsfähigkeit für alle Beschäftigtengruppen gefunden werden.
Hintergrund
Vor dem Hintergrund alternder Belegschaften in Europa und dem europäischen Beschäftigungsziel einer höheren Erwerbsbeteiligung Älterer kommt der Antizipation der (regionalen) Alterungs- und Beschäftigungstrends große Bedeutung zu. Insbesondere erfordert dies sowohl neue wissenschaftliche Sichtweisen als auch praxisorientierte Lösungsvorschläge gerade für kleinere und mittlere Unternehmen (KMU), aber auch für regionale Akteure. Die gesetzliche Rentenversicherung ist aufgrund ihrer flächendeckenden regionalen Präsenz und Beratungsstruktur für die Sensibilisierung und Beratung zum betrieblichen Altersmanagement besonders geeignet. Dabei ist die inhaltliche und praktische Nähe zur Prävention, Rehabilitation und dem betrieblichen Eingliederungsmanagement (BEM) überzeugend.
Welche Möglichkeiten der Nutzung insbesondere der Beratungsinstrumente zur betrieblichen Gestaltung alternsgerechten Arbeitens für die Deutsche Rentenversicherung bestehen und erfolgversprechend erscheinen, soll in einem Praxisprojekt geprüft werden. Im Praxistest der Deutschen Rentenversicherung werden modellhaft Beratungsangebote zum Generationenmanagement im Arbeitsleben in Auskunfts- und Beratungsstellen und Reha-Servicestellen der Deutschen Rentenversicherung mit dem perspektivischen Ziel erprobt, das Vorhaben nach der Pilotphase bundesweit für alle Rentenversicherungsträger nutzbar zu machen.
Zukünftige Entwicklung des Projekts
Wegen der weit über den Erwartungen liegenden Ergebnisse des Modellprojektes hat das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) die Deutsche Rentenversicherung angeregt, das Projekt GeniAL fortzuführen und weiterzuentwickeln
Wegen der weit über den Erwartungen liegenden Ergebnisse des Modellprojektes hat das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) die Deutsche Rentenversicherung angeregt, das Projekt GeniAL fortzuführen und weiterzuentwickeln.
Das erweiterte Beratungsangebot der Deutschen Rentenversicherung soll in weiteren Regionen getestet werden, bevor langfristig die Entscheidung darüber getroffen werden kann, ob ein bundesweit einheitliches erweitertes Beratungsangebot in der Deutschen Rentenversicherung implementiert werden kann. Weitere Rentenversicherungsträger haben sich bereit erklärt, an dem Praxistest teilzunehmen.
In den nächsten 2 Jahren werden sich insgesamt 9 Rentenversicherungsträger mit 19 Beratungsstellen an dem Projekt beteiligen:
§ Deutsche Rentenversicherung Baden-WürttembergAuskunfts- und Beratungsstelle Ludwigsburg
§ Deutsche Rentenversicherung Berlin-BrandenburgAuskunfts- und Beratungsstellen Potsdam und Cottbus
§ Deutsche Rentenversicherung Braunschweig-HannoverAuskunfts- und Beratungsstelle Braunschweig
§ Deutsche Rentenversicherung BundAuskunfts- und Beratungsstellen Berlin-Mitte, Potsdam, Frankfurt/Oder, Cottbus, Halleund Magdeburg
§ Deutsche Rentenversicherung HessenAuskunfts- und Beratungsstelle Gießen
§ Deutsche Rentenversicherung MitteldeutschlandAuskunfts- und Beratungsstelle Halle
§ Deutsche Rentenversicherung NordAuskunfts- und Beratungsstellen Rostock und Güstrow
§ Deutsche Rentenversicherung RheinlandAuskunfts- und Beratungsstellen Düsseldorf, Köln und Duisburg
§ Deutsche Rentenversicherung SchwabenAuskunfts- und Beratungsstellen Augsburg und Kempten
Quelle:
Deutsche Rentenversicherung Bund